Afri und Muk im Vollzeitvanlife

So ein kleiner Hund ist schon etwas ganz Besonderes. Er erfüllt Dein Leben mit Aufregung, lustigen Momenten und ganz speziellen Aufgaben. Muk ist nicht mein erster Hund, aber das erste Haustier was unter diesen Bedingungen mit mir zusammen lebt. Ich würde die Beziehung Afri und Muk als eine wirklich abenteuerliche bezeichnen.

Afri und Muk als sie als Welpe gerade ins Vollzeitvanlife kam.

Stolz war ich, als die kleine Senfttube aus rumänischem Straßenhund und einem Elo, der in geordneten städtischen Verhältnissen groß geworden war, zu uns kam. Anders als die Meisten die in einem Van reisen, kam Muk nicht direkt aus dem Ausland und war auch nicht in einer Tierauffangstation. Muk war ein Welpe aus einem Wurf mit sieben anderen Welpen in einem deutschen Hinterhof. Der Besitzer schien überfordert mit den Welpen und wir waren irgendwie zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Genau genommen standen wir auf einem Wohnmobilstellplatz mitten in der Stadt und arbeiteten intensiv auf unser flexibles Reisen außerhalb von Deutschland hin.

Als uns der Besitzer an einem Abend ansprach (zu dieser Zeit hatten wir noch unseren Senior Stormy als Hundebgeleiter dabei), war eigentlich schon klar, dass wir in Kürze Zuwachs bekommen würden. Es dauerte nicht einmal 24 Stunden, bis Kathy zu dem Besitzer ging, einen Welpen aussuchte, von der Mutter ziemlich stark in die Wade gebissen wurde, und wir zu viert im Krankenhaus saßen.

Wer reist glaubt nicht an Zufälle

Wir hatten eigentlich in der gesamten Zeit, da wir alles aufgaben und die Variante Vollzeitvanlife gewählt hatten, nicht an Zufälle. Jede Fügung passte irgendwie zusammen und half uns bei der Umgestaltung unseres Lebens. So auch unser kleiner Zuwachs,Muk.

Wir hatten vorher einige Male darüber gesprochen, ob wir nach Stormy wieder einen Hund haben möchten. Es sind viele Überlegungen damit verbunden, wenn man reist. Bestimmte Sehenswürdigkeiten kann man mit Hund nur schwer besichtigen, bestimmte Strände sind völlig tabu. Zudem ist es bei hohen Temperaturen nicht möglich den Hund für mehrere Stunden im Auto zu lassen. Während wir also noch zu keiner wirklichen Antwort auf die Frage nach einem weiteren Hund gekommen waren, war es schon längst passiert. Und mit Muk sollte ganz schön Schwung in die Vanbude kommen.

Afri und Muk im Vollzeitvanlife

Ihre liebste Beschäftigung bestand darin uns und ganz besonders Stormy auf Trapp zu halten. Sie war vom ersten Tag an selbstbewusst und hartnäckig. Klar hatte sie noch vor vielen Dingen Angst, die sie nicht kannte. Aber sie konnte sich selbst mit knapp 3 Monaten schon hartnäckig durchsetzen und war was unser Leben im Van anging mit allen Widrigkeiten zufrieden.

Afri und Muk im Vollzeitvanlife

Das erstaunlichste war, dass Muk egal wie aufgedreht, jedes Mal auf dem Sitz einschlief, wenn wir losfuhren. Das ist bis heute auf unseren Reisen so geblieben.

Veränderungen im Vollzeitvanlife

Während wir für Muk und ihre Tollwutimpfung unsere Reise um einen Monat verschieben mussten, starb Stormy. Ich finde er hatte den schönsten Tod, den sich ein Hund wünschen kann. Wir standen auf einem kleinen alternativen Campingplatz mit Bäumen und Wiese. Er bekam am Morgen sein Frühstück, Muk machte wie immer ihren Blödsinn. Kathy ging noch eine große Runde mit ihm. Irgendwann im Laufe des Tages legte er sich auf die Wiese in den Schatten der Bäume und starb. Die Sonnenstrahlen, die hier und dort durch die Baumkronen brachen wärmten ihn auf seinem Weg. Es war über 15 Jahre Kathys treuer Begleiter, der nun starb. Ein furchtbar trauriger Moment, als wir ihn begraben mussten.

Nur noch zu dritt und Stormy in Gedanken dabei ging es dann irgendwann auf den Weg ins Vollzeitvanlife. Muk hatte schließlich mit ihren sieben Monaten mehr Länder in Europa durchreist als manch ein Mensch. Sie hatte bereits Spaziergänge in Österreich, Slowenien, Kroatien, Italien, Frankreich, Spanien und Portugal. Selbst in Monaco war sie schon mit uns.

Was ich an der Konstellation Afri und Muk und unseren Vanlifeabenteuern so mag

Afri und Muk im Vollzeitvanlife

Die kleine, die wir ursprünglich für einen Jungen hielten, ist unglaublich unkompliziert. Sie kommt mit verschiedensten Situation klar und ist am liebsten draußen. Sie liegt auf Untergründen, die möglichst unbequem sind und ist in Bezug auf andere Hunde oder andere Tiere (sie hatte inzwischen schon Begegnungen mit allen möglichen Tieren) gut sozialisiert.

Muk ist sehr auf uns fixiert und bleibt selbst jetzt mit über einem Jahr immer in unserer Nähe. Alles in allem hört sie unglaublich gut für einen so jungen Hund und ist dabei ziemlich empathisch mit ihren ganz eigenen Charakterzügen, die ich ihr auch gar nicht aberziehen möchte. Ob es nun auf ihr eigentliches Wesen oder das Aufwachsen mit uns im Vollzeitvanlife zurück zu führen ist, weiß ich nicht. Was ich jedoch weiß ist, dass Muk genau das ist was man sich als Hund für einen solchen Lebensstil wünschen kann.

Nicht alles ist perfekt und unproblematisch im Hundevanlife

Während ich wirklich konsequent versuche Muk zu einem gehorsamen Hund zu erziehen, den man ohne Bedenken überall mit hinnehmen und ohne Leine laufen lassen kann, wird Kathy etwas für ihr großes Herz und ihre Inkonsequenz von der Kleinen bestraft. Muk ist gerade in der Phase auszuprobieren, wie weit man gehen kann. Sie testet, ist teilweise etwas zickig und aufgedreht, weil sie beschäftigt werden möchte. Da sie weiß, dass sie bei mir mit vielen Dingen nicht durchkommt, konzentriert sie sich lieber auf Kathy, die da nachlässiger ist.

Aber auch das wird sich mit der Zeit finden. Kathy hat eben durch ihren Rückflug nach Deutschland für 4 Wochen auch einige Zeit an Erziehung verpasst und muss das bei Muk erst wieder nachholen. Wie eingangs beschrieben ist die Kleine ziemlich selbstbewusst.

Abschließend bleibt zum Vanlifeabenteuer mit Muk zu sagen

Ich bin sehr froh diesen Hund durch Zufall, Schicksal, Fügung, Vorhersehung oder einfach so in unserem Leben zu haben. Besser hätte wohl niemand in unser Vollzeitvanlife passen können, als das Mädchen mit dem Namen Muk. Auch für einen Hund kann es aus meiner Sicht kaum ein größeres Abenteuer geben, als auf Reisen zu sein. Wie ich hoffe eine Win-Win-Situation und ihr scheint es gut zu gefallen.

Afri und Muk im Vollzeitvanlife