Mit dem Van ans Nordkap – 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Die Vorplanung für unsere Reise mit dem Van ans Nordkap

Im Sommer nach Schweden, Finnland und Norwegen muss ein absolutes Highlight auf jeder Reise sein. Ich war bisher leider noch nie in den nördlichen Ländern. Da es aber im Sommer keine Nordlichter zu sehen gibt und ich mir viel Schnee wünsche, haben wir uns spontan für die Reise mit dem Van ans Nordkap entschieden. Wir wollen über Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen an den nördlichsten Punkt auf dem europäischen Festland. Dafür Planen wir im Vorfeld, was wir für die Reise benötigen.

Man hält uns für verrückt! Und mit “man” meine ich im Speziellen unsere Familien. Kathy’s Großmutter hat einige Jahre in Sibirien gelebt und ist sich sicher, dass uns die Kälte umbringen wird. Niemand hält die Reise in unserem Opel Vivaro für realisierbar. Die wildesten Vermutungen über den hohen Norden und zwei Menschen in einem Van, die zu Eis erstarrt sind, machen die Runde.

Ja, es wird sicherlich eine Grenzerfahrung. Wir müssen mit Temperaturen bis -30°C und mit vereisten Straßen rechnen, aber immer mit der Ruhe, es heißt “Die Reise mit dem Van zum Nordkap” und nicht in die Antarktis. Tatsächlich haben wir nur eine grobe Vorstellung davon, was uns erwartet. Um nicht vollkommen unvorbereitet zu sein machen wir eine kleine Planung mit den Wichtigsten Dingen, die auf keinen Fall fehlen dürfen.

Standheizung und dicke Decken, mehr brauchen wir nicht 

Ich habe es schon hier in Deutschland bei -5° erlebt, wie schnell der Van trotz nachträglicher Isolierung auskühlen kann. Die Standheizung schaltet sich nach 120 Minuten ab und sowohl die nicht isolierten Holme im Inneren, aber auch die großen Fenster beschleunigen das Auskühlen. Ich habe bisher keinerlei Erfahrung mit extremen Minustemperaturen von unter -10°C und auch für den Van ist es das erste Mal in so einer Extremkälte. Trotzdem hoffe ich, dass unsere dicken Wolldecken und die Standheizung im Notfall ausreichen um die Nächte auch bei diesen Temperaturen gut zu überstehen.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Neben den Bedenken über die nächtlichen Temperaturen im Inneren des Vans, beschäftigt uns bei der Planung für die Reise mit dem Van ans Nordkap die Frage, ob Motor und Technik bei dieser Kälte ohne Probleme funktionieren. Sind die Winterreifen gut genug für die Straßenverhältnisse in Finnland und Norwegen? Ist dieser Opel Vivaro überhaupt für solche Temperaturen gebaut?

Tatsächlich lassen sich viele unserer Fragen erst klären, wenn wir unterwegs sind und es live erleben. Die Tatsache, dass wir freistehen werden macht es da noch etwas spannender.

Die Plan ist auf einfachen Plätzen zu übernachten und nicht auf einen Campingplatz oder Ähnliches auszuweichen. Allerdings wird der Besuch eines Campingplatzes spätestens dann notwendig, wenn wir unterwegs eine Dusche benötigen. Mit Duschsack wird es im Winter nicht funktionieren.

Warum informieren wir uns nicht im Vorfeld über alle Eventualitäten

Eine Angewohnheit, die man wohl als typisch deutsch bezeichnen könnte, ist es für alle Eventualitäten vorsorgen zu wollen. Ganz klar ist eine Reise mit dem Van ans Nordkap im Winter etwas anspruchsvoller und bedarf auch der ein oder anderen Vorbereitung. Allerdings habe ich auf meinen bisherigen Reisen festgestellt, dass man ohnehin nie auf Alles vorbereitet sein kann. Es passiert so viel Unerwartetes, aber für jedes Problem gibt es auch immer eine Lösung. Oder es gibt nette Menschen, die die perfekte Lösung kennen.

Das Schlimmste, was passieren könnte wäre, dass wir irgendwo im Nirgendwo auf dem Weg stehen bleiben. Wenn das Auto wirklich komplett streiken würde und wir keine Möglichkeit mehr hätten zu heizen, weil die Elektronik ihren Dienst versagt, dann wäre das der Worst-Case. Aber wie will man sich auf einen solchen Fall vorbereiten? Wir nehmen noch einen kleinen Heizlüfter mit, der zur Not über die Zusatzbatterien betrieben werden kann. Mehr ist nicht möglich.

Gehen wir mal davon aus, dass dieses Worst-Case-Szenario auf dem Weg zum Nordkap nicht eintreten wird, kann im Grunde nach unserer Planung für die Reise mit dem Van ans Nordkap nichts Außergewöhnliches passieren. Im Grunde gibt es keine Zwischenfälle die nicht auch in Deutschland oder auf anderen Reisen möglich wären. So zumindest der Stand jetzt, zwei Wochen vor der Reise.

Aber ganz ohne Vorbereitung und Planung es natürlich auch nicht

Die grobe Vorstellung die wir haben ist, dass es kalt wird und Lebensmittel in den nördlichen Ländern recht teuer sind. Mehr gibt es aus unserer Sicht nicht zu beachten. 

Die richtige Kleidung für’s Nordkap

Für die Fahrt mit dem Van ans Nordkap wollen wir nicht extra spezielle Winterkleidung kaufen. Wir werden die Kälte mit dem bekämpfen was wir haben. Für den deutschen Winter besitzen wir dicke Pullover, die definitiv ins Gepäck wandern. So etwas wie Thermohosen haben wir beide nicht. Deshalb wenden wir die Zwiebeltechnik an und ziehen neben Thermounterwäsche (die besorgen ich mir tatsächlich) mehrere Lagen übereinander anziehen. Ich denke auch bei -20° sollte das irgendwie reichen. Ob längere Spaziergänge damit möglich sind, wird sich zeigen.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Beim Schuhwerk habe ich 2 Varianten für unsere Reise mit dem Van ans Nordkap zur Auswahl. Das eine sind knöchelhohe, wintertaugliche Wanderschuhe von Jack Wolfskin und das andere sind meine neuen Wanderstiefel von Hanwag. Während die Schuhe von Jack Wolfskin aus synthetischem Material und ziemlich gut gepolstert sind, bestehen die Wanderstiefel von Hanwag aus echtem Leder. Sie verfügen neben der Imprägnierung mit Wachs gegen Nässe über keinerlei zusätzliche Wärmeisolierung. Ich werde aber beide Schuhe mitnehmen und einfach mit dicken Wollsocken schauen, welche sich im hohen Schnee, bei Kälte und bei Nässe besser eignen.

Da Kathy über eine Unmenge an Schuhen verfügt, kann ich im Moment bei der Planung für die Reise mit dem Van ans Nordkap noch gar nicht sagen, für welche sie sich entscheidet. Aber ich denke in ihrem Schrank wird sich etwas Passendes finden lassen.  

Die Standheizung im Van sollte, wenn wir mit dem Van ans Nordkap fahren, auch bei Kälte und Nässe funktionieren

Zur Standheizung im Auto hatte ich ja schon zu Beginn etwas gesagt. So wie ich es erkennen kann, haben wir sogar den Vorteil, dass die Standheizung keine Frischluft von außen ansaugt. Gerade bei extremen Minusgraden im Schnee, ein erheblicher Vorteil was die Temperatur betrifft. Die Standheizung muss die kalte Luft nicht immer wieder neu aufwärmen, sondern kann die vorgeheizte Luft aus dem Inneren des Vans verwenden. Damit sollte die Webasto Air Top 2000 ST mit ihren 2 kw Leistung für die Größe des Vans vollkommen ausreichen und es im Inneren gemütlich warm werden lassen.

Ein Nachteil liegt aber vermutlich darin, dass die hereingebrachte Nässe durch Schuhe und Fußmatten im Fahrzeug zum Beschlagen der Scheiben führen kann und nicht so gut ausgetauscht wird. Der Praxistest wird schlussendlich während wir mit dem Van ans Nordkap fahren zeigen, ob diese Einschätzung bei der Planung für die Reise richtig war und wie sich die Standheizung beim Klima in Nordeuropa behaupten wird.

Was wir beim Van für unsere Reise in die Kälte vorbereiten

Gerade habe ich mir eine Prüfspindel für Kühlflüssigkeiten bestellt. Definitiv sollte man darauf achten, dass Kühl- und Scheibenwischwasser ausreichend Frostschutz haben. Als zusätzliches Helferlein gibt es noch ein OBD-Interface dazu, falls mal ein Fehler auftritt und ich sofort wissen möchte, woran es liegt. Das bestellte Modul funktioniert via Bluetooth mit dem Handy und kann einfach auf dem OBD-II-Port stecken bleiben und im Notfall den Fehlerspeicher des Vans auslesen.

Die Bereifung sind ganz normale und noch gut erhaltene Winterräder auf Stahlfelgen, die ich auch im Moment in Deutschland fahre. Schneeketten werde ich für die Fahrt mit dem Van ans Nordkap keine besorgen, obwohl ich es zuerst vor hatte. Ich werde stattdessen ein Abschleppseil ins Auto legen. Sollten wir uns mal festfahren wird sicherlich jemand so freundlich sein und uns raus ziehen. Notfalls habe ich auch noch einen kleinen Klappspaten dabei um mich frei zu graben. Zudem bin ich im ADAC und kann bei größeren Pannen noch auf diese Variante zurück greifen. Neue Scheibenwischer kommen aber auch noch drauf, da es so ziemlich das Wichtigste ist besonders bei Dunkelheit eine gute Sicht zu haben. Hier habe ich mir für die Reise mit dem Van ans Nordkap gerade ein Bosch Aerotwin Nachrüstset bestellt. Ich bin gespannt wie es sich in der Praxis behauptet.

Die Verpflegung

Aus verschiedenen Reiseberichten weiß ich, dass Lebensmittel in Nordeuropa wesentlich teurer sind, als bei uns in Deutschland. Sicherlich kommen wir, wenn wir mit dem Van ans Nordkap fahren nicht umhin frische Lebensmittel unterwegs einzukaufen, aber bestimmte Sachen werden wir schon hier in Deutschland einpacken. 

In der Vorplanung schweben uns ein paar ganz bestimmte Dinge vor, auf die wir während unserer Reise auf keinen Fall verzichten wollen. Kaffee steht an erster Stelle. Natürlich sind dafür auch die entsprechenden Gerätschaften wie Gaskocher (wichtig vorher zu prüfen, ob man noch ausreichend Gas im Gepäck hat) oder ein Wasserkocher notwendig. Wir werden beides mitnehmen, da gerade das Erhitzen von Wasser mit einem Gaskocher bei niedrigen Temperaturen recht lange dauern kann und ich für den Betrieb des Wasserkochers über eine entsprechende Stromversorgung im Van verfüge.

Neben dem Grundnahrungsmittel Kaffee, was für einen gelungenen Start in den Tag sorgt, sollte man natürlich auch an andere Lebensmittel denken. Wir werden kurz vor der Reise mit dem Van ans Nordkap einkaufen gehen und verschiedene Suppen und Eintöpfe besorgen. Neben Toastbrot, Belägen und Aufstrichen die sich lange halten, werden wir vermutlich auch Knoblauch, Zwiebeln und etwas frisches Gemüse sowie Obst einpacken.

Mehr Planung braucht es unserer Sicht nicht

Am Ende der Reise mit dem Van ans Nordkap werden wir wissen ob unsere eher geringe Vorplanung ausgereicht hat oder wir lieber etwas ausführlicher hätten planen sollen. Wichtig war für uns persönlich, wie eingangs beschrieben, dass wir nicht zuviel Geld für Dinge ausgeben, die speziell für die Reise vorgesehen sind. Essen müssen wir auch zu Hause und bei der Kleidung greifen wir auf unsere Wintersachen zurück, die wir ohnehin haben. Lediglich der Van bekommt ein kleines Winter-Backup und wird für kältere Temperaturen etwas vorbereitet. That’s it. Das andere Geld sparen wir uns lieber für die Reise selbst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Damit Du diesen Beitrag kommentieren kannst, müssen wir Deine Daten verarbeiten. Bitte lies Dir im Vorfeld unsere Datenschutzbestimmung durch und akzeptiere sie.