Mit dem Van ans Nordkap – 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Weihnachten in Stockholm bei – 8°C und dem ersten Schnee auf der Reise mit dem Van ans Nordkap

Nachdem wir Kopenhagen verlassen hatten wollten wir direkt weiter nach Schweden. Tatsächlich war es auch gar nicht mehr weit. Lediglich 52€ für die Überfahrt der Öresundbrücke und schon sieht man nach einer kurzen Passkontrolle Malmö.

Von der Planung her hatten wir uns etwas geärgert, dass wir die teure Brücke nicht wenigstens bei Tageslicht befahren haben. Leider sind die Tage im Winter auch hier schon relativ kurz, was wir im Vorfeld nicht bedacht hatten. Aber egal, wir wollen weiter und Stockholm bis Weihnachten erreichen.

Als nächstes Ziel für für unsere Übernachtung hat Kathy bei Park4Night einen Platz am Meer in Kalmar herausgesucht. Von Kopenhagen aus ist Kalmar bequem in vier Stunden zu erreichen. Als wir an dem Parkplatz, direkt am Strand, ankamen war es bereits 21:30 Uhr. Die Häuser der Wohnsiedlung waren, einen Tag vor dem 24. Dezember, wunderschön weihnachtlich beleuchtet. Wir parkten unseren Van in einer der Parkbuchten direkt am Wasser. Im Mondlicht erkannten wir die Brücke, die auf die Insel nach Öland führt.

Es ist noch etwas ungewohnt kalt, aber wir kommen immer mehr in unserer Reise mit dem Van ans Nordkap an

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Es war morgens etwas frisch bei -1°C, aber wir gewöhnten uns langsam an das Aufstehen im Kalten. Inzwischen hatten wir uns auch bei der Morgenroutine recht gut organisiert. Jeder hatte seine Aufgaben, wobei ich mehr den Part vor dem Van übernahm, während Kathy Kaffee kochte und für die Ordnung in unserem kleinen Wohnzimmer sorgte.

Anders ausgedrückt, ich brauchte morgens etwas meine Zeit und Kathy startete schon voll durch. Vermutlich ist es aber das Wichtigste, dass beide mit ihrem Teil bei so einer Reise zufrieden sind. Man muss sich eben arrangieren und darüber sprechen, was dem anderen besonders nach dem Aufstehen wichtig ist.

Als wir uns startklar gemacht hatten, fuhren wir los zum nächsten Halt. Stockholm ist ca. 450km von unserem Übernachtungsplatz in der Nähe von Öland entfernt. Die größte Stadt Schwedens liegt direkt auf der geplanten Route zum Nordkap. Natürlich wollten wir auch auf dem Weg mit dem Van ans Nordkap voran kommen, aber da es Weihnachten war wollten wir lediglich Stockholm bis zum Abend erreichen.

Trotz der Tatsache, dass wir noch weitere 4-5 Tage Fahrt vor uns hatten, reisten wir ohne wirklichen Zeitdruck. Oder besser ausgedrückt, wir machten uns keinen Druck sondern fühlten uns bisher sehr wohl mit unserer Zeiteinteilung. Wir hielten hier und da auf der Suche nach einem “Badezimmer” oder um einfach kurz die schöne Landschaft zu genießen. Da wir solch eine Reise vermutlich so schnell nicht wieder machen würden, mussten natürlich auch viele tolle Bilder entstehen.

Zugefrorener See, lass mal die Dicke der Eisfläche testen

Eine Sache, die man nicht ganz so leichtsinnig tun sollte, einfach auf einen zugefrorenen See steigen und dann testen, wie dick das Eis ist.

Als wir an einem Rastplatz mit einem großen Gelände, vielen kleinen Häuschen und einer Sauna, direkt am See ankamen, waren wir etwas enttäuscht. Aufgrund der Wintermonate sind leider viele Geschäfte uns Cafés in Schweden geschlossen. Auf dem See, der zu dem Gelände gehört, sahen wir einen Mann mit Stöcken auf dem Eis laufen. Was wären wir für Abenteurer, wenn wir das nicht auch testen würden.

Wir stiegen über einen kleinen Steg aufs Eis. Ein Handybild aus einer knienden Position und dann ein wenig herumschlittern. Als ich auf die geniale Idee kam kurz etwas hoch und runter zu wippen, ging ein lautes Knacken durch die Eisfläche. Kathy schaute mich erschrocken an und ich blickte zum Steg. Wir waren gut vierzig Meter davon entfernt. Während das Eis immer mehr unter unseren Füßen zu knacken beginnt, beeilten wir uns zu dem Holzsteg zurück zu kommen.

Kurz davor gab es erneut ein lautes Knacken und man sah einen großen Riss, der sich ein paar Meter hinter uns durch die gefrorene Oberfläche zog. Zuerst stieg Kathy vom Eis und ich sah mich schon im kalten Wasser ertrinken. Aber ganz Gentleman ließ ich Frauen und Kinder zuerst aussteigen.

Als ich es auch an Land geschafft hatte, schauten wir uns beide an und mussten lauthals anfangen zu lachen. Es war alles nochmal gut gegangen, aber wir hatte einen wahnsinnigen Schreck bekommen. Es war definitiv leichtsinnig auf den See zu gehen und ich würde so eine Aktion nicht noch einmal machen. Dennoch eine Erinnerung die bleiben wird.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Eines meiner schönsten Weihnachten in Stockholm

Als wir in Stockholm ankamen war es natürlich dunkel. Die Tage schienen immer auf unserer Reise mit dem Van ans Nordkap immer kürzer zu werden, je weiter wir fuhren. Wir entschieden uns für einen Parkplatz im Randbezirk der Stadt. Eigentlich mag ich es bis heute nicht irgendwo direkt oder in direkter Nähe zu einer Stadt zu übernachten. Trotzdem war es für den Weihnachtsabend eine gute Wahl.

Bei knackigen -8°C liefen wir von unserem Parkplatz ca. 30 Minuten in die Stadtmitte. Da es wirklich extrem kalt war und wir uns noch nicht so recht an die Temperaturen gewöhnt hatten, entschieden wir kurzerhand einen Zwischenstopp im Espresso House. Hier hatten wir bereits in Kopenhagen einen leckeren Kaffee getrunken.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Da es der 24. Dezember war, hatten natürlich auch nicht sehr viele Geschäfte und Lokalitäten geöffnet. Im Espresso House war es wunderbar warm, und was fast wichtiger war, es gab kostenloses Wlan. Der Perfekte Ort um gemütlich etwas zu trinken und Zeit zu verbringen. Also ganz in Ruhe Instagram checken und Kommentare beantworten.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Da zum Weihnachtsabend aber auch ein leckeres Essen gehört, entschieden wir uns irgendwann wieder raus in die Kälte und weiterzugehen. Wir suchten nach einem Lokal was zu unserer Stimmung passte. Wir irrten fast eine halbe Stunde durch die Straßen, bis wir auf eine gemütliche Bar aufmerksam wurden. Ein kurzer Blick durch das Fenster von der Straße und wir wussten, dort werden wir unser privates kleines Weihnachten feiern.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Über die Preise in Stockholm und eigentlich in allen Teilen Nordeuropas, wie wir während unserer Reise feststellen durften, schweigen wir uns an dieser Stelle einfach mal aus. Dafür lassen wir ein paar Bilder unseres ganz privaten Weihnachtsabends sprechen.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur
Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Wenn man an Weihnachten mit dem Van unterwegs ist, ist solch eine Bar das absolute Highlight. Ob wir sie bei einer einfachen Städtereise nach Stockholm genauso genossen hätten, kann ich nicht beurteilen. Alles in allem waren wir recht lange in der Bar und hatten noch ein paar Bier und ein paar Weihnachtsschnäpse.

Zu Hause (im Van) wartete noch eine Überraschung

Der Heimweg gestaltete sich entsprechend lustig. Wir hatten großartig gegessen und waren dank der Schnäpse ziemlich gut gelaunt. Für das Geld, was wir für ein wenig Alkohol in Schweden ausgegeben hatten, hätten wir in Deutschland unsere ganze Familie zum Trinken einladen können, aber das war uns vollkommen egal.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Als wir zurück zum Van kamen, schalteten wir sofort die Standheizung ein. Dank der Badvorleger, die wir als Scheibenisolierung verwendeten, war es recht schnell angenehm warm im Van. Wir holten das Geschenk von Kathys Mutter hervor und freuten uns wie Kinder. Der Schuhkarton war randvoll mit kleinen Überraschungen. Süßigkeiten, ein Paar Socken, warme Hausschuhe und eine Flasche Baileys.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur
Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Als wir satt, betrunken und glücklich aufs Bett fielen, waren wir uns einig, dass das auf unserer Reise mit dem Van ans Nordkap ein perfektes Weihnachtsfest war, an das wir uns noch lange erinnern würden.

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