Mit dem Van ans Nordkap – 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Freistehen, man sucht sich einfach irgendwo einen schönen Platz und parkt den Van

Am nächsten Morgen ging es schon weiter auf der Reise mit dem Van ans Nordkap. Wir hatten geplant an an Schwedens Küste entlang zu fahren und wollten in erster Linie etwas Strecke machen. Das grobe Ziel war es, das Nordkap bis spätestens Silvester zu erreichen. So blieb uns noch eine Woche, die wir für eine gemütliche Fahrt zurück nach Deutschland nutzen konnten.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Wir setzten die Reise fort, raus aus Stockholm, an Uppsala und Gävle vorbei immer weiter in den Norden von Schweden. Das Wetter wechselte zwischen niedrigen Plus- und einstelligen Minustemperaturen. Der Schnee, der noch einige Tage zuvor alles in einen schönes Weiß verwandelt hatte, war zu einer schwarzen, schmutzigen Masse geworden. Unsere Windschutzscheibe wurde selbst durch das Scheibenwischwasser nicht mehr sauber und da es bereits früh dunkel wurde, fuhren wir mehr nach Gefühl, als nach Sicht. Zum Glück hatten inzwischen viele Tankstellen auch kleine Servicestationen, an denen man Wasser auffüllen und die Scheibe reinigen konnte.

Neben den Pausen, die wir zum Säubern der Scheibe brauchten, nahmen wir uns auch immer wieder kurze Auszeiten vom langen Sitzen und Fahren. Wenn Kathy fuhr, arbeitete ich am Laptop und wir hörten Musik. Eigentlich kein spektakulärer Tag, da man draußen kaum etwas sah, das Wetter sehr durchwachsen war und wir beide etwas in Gedanken waren. Solche Tage gehören aber auch einfach dazu. Es ist unterwegs eben wie zu Hause auch.

Nach 500km suchten wir auf Park4Night einen geeigneten Stellplatz für die Nacht. Inzwischen hatten wir wieder getauscht und ich fuhr. Als wir etwas Passendes gefunden hatten, führte uns das Navi rund 15km weg von unserer eigentlichen Route. Ziel war eine kleine Meeresbucht an der schwedischen Küste.

In Killingsnäs angekommen, leitete uns die freundliche Stimme aus dem Handy auf einen Feldweg, der direkt in ein dunkles Waldstück führte. Zwar war der Weg geräumt aber wenig befahren. So ging es ca. 2 Kilometer immer weiter in die Dunkelheit. Bei einer Weggabelung mussten wir uns rechts halten, ausgerechnet der Weg, der nicht mehr geräumt war. Der Van rutscht etwas und der trockene Schnee knackt unter den Reifen.

Nach einer Weile befanden wir uns an einem Wendehammer mitten im Wald bei absoluter Dunkelheit. Die Stimme aus dem Handy teilte uns mit “Sie haben Ihr Ziel erreich!”. Unser Schlafplatz für die heutige Nacht. Irgendwie fühlte es sich gruselig an, aber wir blieben. In der Dunkelheit konnten wir nur ein kleines rot-weißes Häuschen erahnen. Schnell das Bett machen und einfach hoffen, dass wir morgen wieder aufwachen.

Wo sind wir hier eigentlich?

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Am nächsten morgen schaute ich durch die Fensterabdeckung nach außen. Die Sonne ging gerade auf und ich konnte vom Van aus das Meer erkennen. Es war nur 50 Meter von uns entfernt. Wir waren zwar noch ganz schön verschlafen, dennoch trieb uns die Neugierde und schöne Aussicht nach draußen in die Kälte. In diesem Moment fühlten sich -3°C noch ziemlich frisch an, aber wir gewöhnten uns immer mehr an die niedrigen Temperaturen.

Das kleine Häuschen, was wir in der Nacht durch die Dunkelheit erkennen konnten war ein Toilettenhäuschen, was zum angrenzenden Strand gehört. Während Kathy sich über das “Badezimmer” freute, überlege ich mir etwas anderes. Es war für mich das erste Mal, dass ich einen schneebedeckten Strand sehe und ich fand es wäre der perfekte Platz für ein Frühstück am Wasser während die Sonne aufging.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Nachdem wir uns etwas frisch gemacht hatten, packten wir alle notwendigen Sachen in eine der Euroboxen aus dem Kofferraum und trugen sie ans Meer. Dann bauten wir unser Frühstück auf und setzten uns gemütlich in den Sonnenaufgang.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Während man das Rauschen der Wellen hörte und das gefrorene Meerwasser am Rand in der Sonne glitzerte, stellten wir fest, dass unsere Gaskocher nur auf gutes Wetter und Windstille ausgelegt waren. Wir verzichteten also lieber vorerst auf den Kaffee und aßen Toastbrot. Natürlich ebenfalls ungetoastet, trotzdem wird uns dieser Morgen und dieser Platz ganz besonders in Erinnerung bleiben.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Die Temperaturen waren trotz des Windes an diesem Tag unfassbar mild, verglichen mit der klirrenden Kälte in Stockholm. Auch im Rückblick auf unsere lange Autofahrt zu diesem Platz mit dem ganzen Schneematsch, erschien es an diesem Morgen wie der perfekte Tag ein paar Stunden zu investieren und etwas die Umgebung zu erkunden.

Der perfekte Tag für eine Erkundungstour

Wir zogen unsere Handschuhe und die Mützen an, machten die Jacken zu und los ging es. Der Schnee knirschte unter unseren Füßen, wir immer am Meer entlang liefen. Dabei entdeckten wir neben schönen Aussichtspunkten auch eine kleines Feriendorf.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Im Sommer sicher gut besucht, war auch leider hier im Winter alles wie ausgestorben. So blieb uns nichts anderes übrig als alleine durch das verlassene Dorf zu laufen und ein paar Bilder zu machen. Vielleicht würden wir noch einmal im Sommer hier her kommen, und diesen besonderen Platz anders erleben.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Nachdem wir noch etwas weiter gelaufen waren, wurde es Zeit zurück zu gehen. So schnell die Sonne aufging, so schnell verschwand sie auch wieder am Horizont und wir wollten nicht in der Dunkelheit verlassen im Wald umherirren.

Mit dem Van ans Nordkap - 2 Wochen eisige Kälte und wilde Natur

Als wir zurück zu unserem Van kamen, sehen wir die Sonne gerade hinter den Bäumen verschwinden. Etwas durchgefroren, trotz der Tatsache, dass es im Vergleich wirklich angenehm “warm” war zogen wir wieder etwas Bequemes an und setzten uns hinters Streuer. Es lagen an diesem Tag noch einige Kilometer vor uns also mussten wir weiter auf unserer Reise mit dem Van ans Nordkap.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Damit Du diesen Beitrag kommentieren kannst, müssen wir Deine Daten verarbeiten. Bitte lies Dir im Vorfeld unsere Datenschutzbestimmung durch und akzeptiere sie.