Selbstausbau in 30 Tagen. Vollzeitvanlife, wir kommen!

Selbstausbau in 30 Tagen. Vollzeitvanlife, wir kommen!

Ein Selbstausbau ist immer eine risikoreiche und spannende Gelegenheit an seine Grenzen zu stoßen. Besonders wenn man es im Team tut.

Im ersten Schritt geht es darum das passende Fahrzeug zu finden und dann beim Vanausbau möglichst gravierende Fehler zu vermeiden oder zumindest schnell aus seinen Fehlern zu lernen. Im Rückblick kann ich sagen, dass wir es wirklich ziemlich gut gemeistert haben und unser erster eigener Ausbau wirklich gut gelungen ist.

Riesige Auswahl auf dem Fahrzeugmarkt und wir müssen uns entscheiden

Für jemanden, der absolut keine Ahnung von der Materie KFZ hat, stellt die Suche nach dem passenden Fahrzeug nochmal eine ganz besondere Herausforderung dar. Man muss sich auf sein Bauchgefühl verlassen und wird ziemlich wahrscheinlich damit auf die Nase fallen. So zu tun, als wüsste man was beim Kauf eines Fahrzeugs zu beachten ist, wird ziemlich schnell enttarnt. Zudem kauft man ein Nutzfahrzeug was meist über eine bewegte Verfügt verfügt und die Händler in diesem Bereich nehmen keine Rücksicht auf die Bedürfnisse von Privatkäufern. Ganz im Gegenteil. Ein Pärchen, was gerade auf Wolke7 einen Van sucht ist vermutlich das größte Geschenk für jeden Gebrauchtwagenhändler.

Wir schauten uns also zahlreiche Angebote an und hörten immer auf unser Bauchgefühl. Manchmal sogar auf den gesunden Menschenverstand. Ob es nun Fügung oder schlichtweg die Tatsache war, dass wir keine Lust mehr hatten zu suchen, wir fanden schließlich ein Fahrzeug von dem wir überzeugt waren, dass es am besten zu uns passte.

Wir fuhren eine Runde durch ein Industriegebiet (der Tank war zur Probefahrt praktisch leer -> würde ich aus heutiger Sicht direkt stehen lassen und nach was anderem suchen) und entschieden uns nach der Probefahrt, dass es dieses Fahrzeug werden sollte. Ein Mercedes Sprinter, ehemaliges Baustellenfahrzeug, so gut wie kein Rost und der Optik nach zu urteilen ein Schnapper.

Im Gegensatz zu dem, was wir bisher besichtigt hatten war das Auto ziemlich gepflegt und auch der Verkäufer mit seinem kleinen Sohn, war sofort sympathisch. So begab es sich, dass wir unter Ausschluss jeglicher Ersatzansprüche, Gewähr oder sonstiger Möglichkeiten das Fahrzeug im Zweifelsfall zurück bringen zu können, ohne zweiten Schlüssel und Serviceheft unsere Chance nutzten und dieses Prachtstück käuflich erwarben. Wir sind eben Profis, Bereuen gibt es nicht.

Der Preis war moderat und lag im Budget, dabei kalkulierten wir zwei- bis dreitausend Euro an Reparaturen ein. Das was für uns tatsächlich entscheidend war, war der gute Zustand der Karosserie und der allgemeine Eindruck beim Kauf.

DieOlli wird zum Van ausgebaut

Unser Auto brauchte dringend einen Namen. Da die Erfahrung mit dem Händler im Nachhinein sowohl positiv als auch negativ prägend war, bekam er auch dessen Namen in weiblich. Das Geschlecht war den gelegentlichen Zickerein geschuldet, die der Van mit diesem Alter so mit sich brachte. Auch wenn ich aus heutiger Sicht etwas über unsere Kaufentscheidung schmunzeln muss und die nachträglichen Reparaturen am Motor weit mehr Geld verschlungen haben als geplant, wollte ich diese Erfahrung nicht missen. Nur so lernt man dazu und wird es in Zukunft anders angehen.

Ungeachtet der Tatsache, dass unser neues Zuhause schon direkt etwas Öl verlor und auf jeden Fall noch einen CheckUp in einer Werkstatt brauchte, begannen wir mit dem Ausbau. Da wir zeitgleich unsere Wohnungen auflösten musste alles recht schnell gehen.

Beginnen mussten wir mit einer vollständige Reinigung des Innenraums und siehe da, in einer Hinsicht hatten wir uns nicht getäuscht. Ich hatte erwartet, dass beim Herausnehmen der Bodenplatte im Laderaum oder den Kunststoffverkleidungen im Fahrerhaus Unmengen an Rost zutage treten würden. Tatsächlich zeigten sich nur vereinzelt kleinere Rostpunkte, die sehr schnell beseitigt und konserviert waren. Damit hatten wir eine Sorge weniger und konnten beginnen den Innenraum vollständig mit Armaflex zu isolieren.

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Da wir natürlich auch noch unsere Jobs hatten, mussten wir besonders die Wochenenden für den Selbstausbau nutzen. So verbrachten wir zwei ganze Wochen damit die Flächen vorzubereiten und zu isolieren. Nachdem wir nun über ein Jahr in dem Van gelebt haben, wissen wir, dass sich die Arbeit mit Armaflex definitiv gelohnt hat. Im Winter hält er die wärme ganz gut drin und im Sommer die Hitze besonders an den großen Seitenflächen sehr gut ab.

Ein Loch ins Fahrzeug schneiden für die Fenster im Selbstausbau

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Der kritischste Punkt beim Selbstausbau sind die Fenster. Insgesamt mussten zwei Dachluken und ein Seitenfenster verbaut werden. Nachdem das erste Loch in die Karosserie gebohrt ist, gibt es kein Zurück mehr. Trotzdem funktioniert das Ganze mit einem Metallbohrer und einer Stichsäge mit passenden Sägeblättern ganz gut. Es hat insgesamt drei Tage gedauert bis alle Fenster fest verbaut waren und wir hatten Glück, dass wir immer recht knapp vor einsetzendem Regen fertig gewesen sind.

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Allgemein ging unser Ausbau aber recht zügig voran. Wir investierten jede frei Minute. Dabei waren wir bei Wind und Wetter am, im und auf dem Van. Wir aßen dort, lagen und saßen in der Gegend rum bohrten, schliffen, werkelten und gaben alles um unser selbst gesetztes Zeitziel zu erreichen.

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Mercedes Sprinter Selbstausbau
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Wie wir im Nachhinein feststellten waren alle Fenster prima eingebaut und dicht, mit Ausnahme der hinteren Dachluke. Hier wurden wir in einer der ersten Nächte im Wald von einsetzendem Starkregen überrascht. Es tröpfelte unentwegt auf unser Bett. Da wir aber mitten in der Nacht keine passendere Lösung hatten, zogen wir uns die Decken über den Kopf und ließen es tropfen. Am nächsten Tag ging ich noch einmal auf das Dach und siehe da, bei der Dichmasse für das Fenster hatte sich ein Lufteinschluss gebildet, der dafür verantwortlich war, dass sich das Wasser munter im inneren Rahmen des Fensters sammeln konnte.

Während unser Selbstausbau nach 30 Tagen mit ca. 196 Arbeitsstunden fertig war und wir von nennenswerten Pannen verschont blieben, verhielt es sich mit den Reparaturen am Fahrzeug anders. Die Werkstatt war nicht unser Freund und ein Drama begann, wodurch das gesamte Projekt auf der Kippe stand. Dazu aber mehr in einem anderen Teil.

Falls Du wissen möchtest, wie es in der Zwischenzeit mit uns weiterging, schau gerne mal auf Instagram vorbei.

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